JESSICA LANGE: „ Ich habe keine Vorliebe für eine Marke oder ein Gewächs. Ich möchte, das mein Gaumen dazulernt.“

Die ehemalige Heldin des Films „King Kong“ und vor allem von „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ erzählt uns von ihrer Leidenschaft für Frankreich und die Lebensart, die sie hier gefunden hat. Treffen mit einer epikureischen Schauspielerin, die zu dieser Frage die Maske ablegt...

 

Bei meinen Recherchen habe ich erfahren, dass Sie einige Zeit in Paris studiert haben?

Ja, mit einem alten Meister der Pantomime, Etienne Decroux. Eine Straßenkunst, was heute vermutlich nicht mehr so marginal ist. Es ist etwas sehr abstraktes. Ich hatte mich nur weiß geschminkt. Es war eine unvergessliche Erfahrung.

 

Warum Paris?

Ich bin in Minnesota geboren. Mein Vater war Vertreter und da er häufig die Arbeit wechselte, mussten wir häufig umziehen. Wir lebten wie die Zigeuner. Immer auf der Achse. Immer beim Kofferpacken. Aber das hat mich nicht gestört. Im Gegenteil, ich hatte Lust auf noch mehr reisen, ich hatte den Virus der Rastlosigkeit, ich musste meine Lebensart und meine kleinen Gewohnheiten immer in Frage stellen. Gewohnheiten habe ich eigentlich immer schon gehasst! Es ist wie mit dem Wein. Ich habe keine Vorliebe für eine Marke oder ein Gewächs. Ich möchte, dass mein Gaumen dazulernt. Dass er etwas Neues kennenlernt. Kurz gesagt, ich wollte schon immer durch die Welt reisen und im Kontakt mit anderen meinen Erfahrungsschatz erweitern. Nachdem ich in einer Wohngemeinschaft in Soho, in New York gelebt hatte, bin ich 1971 in den Flieger nach Paris gestiegen. Ich bin zwei Jahre dort geblieben.

Eine Gelegenheit für Sie, die köstlichen französischen Weine zu verkosten.

Wissen Sie, die Franzosen sind sehr stolz auf ihr Terroir, ihre Gastronomie, ihre Haute-Couture, ihre Kultur, Geschichte und Traditionen, auf ihren Käse und - selbstverständlich - auf ihren Wein. Sobald sie einen Touristen sehen, wollen sie ihm ihre örtlichen Produkte verkaufen, vor allem wenn es ein Amerikaner ist. Aber das soll kein Vorwurf sein. Im Gegenteil, Gründe, um Stolz zu sein, haben sie viele! (lacht).

Ich bin keine große Weinkennerin. Ich weiß kaum etwas von Wein. Meine Geschmacksknospen hatten nicht die Gelegenheit, von großen Gewächsen verwöhnt zu werden. Im Laufe jener zwei in Paris verbrachten Jahre, habe ich beim Essen mit Freunden und an Abenden hier und dort die Welt des Weins etwas kennengelernt. Ich habe verstanden, dass in der Lebensart der Franzosen der Wein nicht nur ein Getränk ist, sondern eine Art und Weise, mit anderen in Kontakt zu treten. Er stellt auch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart her.

65 Jahre und ein immer noch so frischer Teint. Was ist ihr Geheimnis? Der Wein?

Mäßig genossen, da bin ich sicher, kann er gewiss keinen Schaden anrichten. Vor Kurzem habe ich eine Studie gelesen, dass eine Substanz, die sich im Rotwein befindet, (A.d.R.: Resveratrol, eine chemische Zusammensetzung, genauer gesagt, ein Phenol der Klasse der Stilbene) den Organismus vor entzündlichen Reaktionen und somit vor potenziell lebensgefährlichen Krankheiten schützt. Abgesehen vom Wein esse ich viel Bio-Gemüse, das ich selber anbaue, und ich vermeide, meine Zeit mit sinnlosen Dingen zu vergeuden!

Was macht Ihnen am meisten Angst im Leben?

Die Politik, die Nicht-Feinschmecker und die Menschen, die ihr Glas Bordeaux-Wein nicht austrinken. (lacht). In meinen Augen, eine Sünde!

Sie haben eines Tages gesagt, dass Sie sich nicht gern fotografieren lassen, aber paradoxerweise sind Sie eine leidenschaftliche Fotografin...

Sie haben recht! Ich liebe die Fotografie, aber nur die traditionelle Fotografie, mit richtigen Filmen. Ich habe eine Leica M6 und ich nehme nur Schwarz-Weiß-Bilder auf. Ich führe das Okular gern ans Auge und schaue nicht auf das Display. Ich höre auch gerne das „Klick“ des Apparats und drehe den Film von Hand weiter. Auch das Objektiv stelle ich auf manuelle Betätigung. Und schließlich liebe ich den Kontakt mit den Menschen. Ich fotografiere sie nicht ohne ihr Wissen. Ich sammle Fotos von Walker Evans, Cartier-Bresson, Koudelka. Alles Fotografen, die ihr Talent mit Aufnahmen zeigten, die sie auf der Straße gemacht haben. Denn das wahre Leben spielt sich auf der Straße ab, der ideale Ort für Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Aber mein Lieblingsfotograf ist Walkers Evans. Er hat eine großartige Arbeit gemacht, als er die Weltwirtschaftskrise von 1929 verewigt hat. Es war eine Zeit, glauben Sie mir, da konnten Millionen Amerikaner sich keinen Wein leisten. Und wir haben gesehen, wohin das während der Prohibition geführt hat!

Ich habe irgendwo gelesen, dass Sie gerne durch Weinberge streifen?

Ich liebe Bordeaux, denn sobald man die Stadt verlassen hat, ist man von Weinbergen umgeben. Der Wein und ich, das ist eine große Liebesgeschichte. Eine Leidenschaft, die mich nie enttäuscht hat und die ich mein Leben lang schätzen werde. Wenn man sich in diese Gegend Frankreichs begibt, findet man eine Konstante in der Qualität. Die Weine sind gut, die Speisen sind gesund und einfach, ohne Schnörkel. So wie die Menschen, die man hier antrifft! All das gehört zusammen und es gefällt mir!

 

Das Gespräch führte Frank ROUSSEAU in Los Angeles


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