Orange Wine - Ein tausendjähriger Wein feiert sein Comeback

Es handelt sich nicht um den „Mimosa-Cocktail“, der mit Schaumwein und Orangensaft zubereitet wird, noch um die etlichste Zubereitung durch Mazeration von Orangen in Alkohol. Es handelt sich um einen „Wein“, der ausschließlich aus Weintrauben hergestellt wird, dessen orange Farbe jedoch auf eine besondere Vinifikationstechnik zurückzuführen ist.

 

Die Methode

Das Prinzip besteht darin, weiße Trauben zu keltern, die Schalen und Kerne (manchmal auch einige Rappen) mit dem Most während der Gärung oder sogar bis zu einem Jahr mazerieren zu lassen. Die Schale der sehr reifen Beeren des Pinot Gris, des Chardonnay und des Sauvignon Blanc enthalten gelb- und orangefarbene Pigmente, die dem Wein seine typische Färbung verleihen. Die Engländer haben die Bezeichnung Orange Wine vor etwa 20 Jahren eingeführt, während man in Georgien, wo dieser Wein seit Jahrtausenden hergestellt wird, von einem bernsteinfarbenen Wein spricht. Für die Herstellung gibt es keine offiziellen weinrechtlichen Bestimmungen, und abgesehen vom gemeinsamen, hier oben angesprochenen Prinzip, gibt es zahlreiche Variationen (Maischegärung in Amphoren, usw.).

 

Warum?

Historisch gesehen, um die Vinifikation zu erleichtern und die Stabilisierung des Weins zu fördern. Die Beerenschalen enthalten Hefen, die den Zucker des Mostes in Alkohol umwandeln, die Gärung beginnt spontan ohne Zusatz von Hefen. Außerdem enthalten die Häute wie die Kerne und das Stielgerüst Gerbstoffe, die durch Kontakt in den Most übergehen, aus dem der Wein entsteht. Diese Gerbstoffe stabilisieren den Wein, indem sie die Oxidierung verlangsamen.

 

Und was erhält man danach?

Einen farbigen, tanninhaltigen Wein! Da die Vinifikation häufig nach den Regeln des „natürlichen“ Weinbaus erfolgt, sind diese Wein naturtrüb, da nicht gefiltert. Je nach Rebsorte, Bodenbeschaffenheit und Weinbereitungstechnik erkennt man viele unterschiedliche, aromatische Profile, der Wein ist jedoch immer etwas bitterer und körperreicher als ein Weißwein.

 

Zu welchen Gerichten servieren?

Anders als die Weißweine, die vorwiegend zu milden Gerichten serviert werden, können die Orange Wines mit kräftigeren, ja sogar pikanten Speisen gepaart werden. Orange Wine und Käse passen ebenfalls gut zusammen, da ihre jeweilige aromatische Paletten viele Gemeinsamkeiten haben. Diese Zusammenstellung stellt einen Schritt vorwärts dar bei der Vermählung von Weißwein und Käse, die allzu lange zugunsten des Rotweins vernachlässigt wurde.

 

Für wen?

Bärtige Hipster, gewiss, aber nicht nur. Denn sie haben diese Weine in Norditalien, Slowenien oder im Staat New York (wo die georgische Rebsorte Rkatsiteli eingeführt worden ist) wieder salonfähig gemacht. Wahrscheinlich als Reaktion auf die ultrastandardisierten technologischen Weine von Unternehmern, die ständig Marktanteile gewinnen. In Frankreich ist es nicht von Zufall, dass man diese Weine im Jura, Languedoc, Savoyen oder im Loiretal, d. h. dort anfindet, wo junge, experimentierfreudige Winzer konzentriert sind. Sogar ein Festival - der Orange Wine Festival - wurde gegründet. Aber zugegeben, diese originelle Methode bringt ein ebenso originelles Resultat hervor. Und schließlich sollte dieses Getränk logischerweise aufgrund seiner Tannine einige zusätzliche gesundheitliche Vorzüge aufweisen (selbstverständlich bei mäßigem Genuss).

 

 

 

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