TIMOTHY DALTON : „Château d’Yquem 1983, einsame Klasse“

In den beiden Bond-Filmen, in denen er gespielt hat, hatte der ehemalige 007-Agent eine Lizenz zum Töten… und außerhalb des Filmsets musste Timothy Dalton die langen Wartezeiten mit der Produktion killen, eine gute Gelegenheit, einige gute Gewächse zu genießen. Der Star geht zu Tisch...

 

Erinnern Sie sich, wie man für die Rolle des James Bond an Sie herangetreten ist?

Ich wurde von der Bond-Produktion angesprochen, als ich erst 24 war. Es war die Zeit, als Sean Connery beschlossen hatte, Schluss zu machen. Ich habe das Angebot abgelehnt, ich fühlte mich für diese Rolle nicht reif genug. Ich hatte einfach keine ausreichend breiten Schultern dafür. Vergessen Sie nicht, dass James Bond Commander ist. Und Commander wird man in Großbritannien erst, wenn man ein gewisses Alter hat. Man muss Kampferfahrung haben und viele Zugeständnisse machen, bevor man Commander wird. Viel später, als Albert Broccoli wieder Kontakt zu mir aufnahm, war ich viel selbstsicherer. Ich habe versucht, James Bond etwas mehr Sensibilität zu verleihen sowie eine Schattenseite, die ihn etwas geheimnisvoller machen sollte, nicht so leicht auf den ersten Blick durchschaubar. Ich wollte auch nicht eine Art Superman aus ihm machen. Ich wollte einen glaubwürdigen James Bond spielen. Vielleicht war es auch deshalb, dass meine Bond-Figur nicht von einer Truppe in Extase fallenden jungen Damen umgeben war. In den beiden von mir verkörperten Bond-Filmen laufe ich nicht gleichzeitig hinter verschiedenen Röcken her. Ich bin ein fast monogamer James Bond!

 

Warum drehten Sie keine dritte Folge?

Weil ich keine Lust hatte, weitere 18 Monate auf einen Regisseur zu warten. Ich hatte andere Projekte, andere Wünsche, andere künstlerische Ansprüche. Ich bleibe jedoch „James Bond for ever“, ein absoluter Fan von Ian Fleming!

 

Der Alkohol und insbesondere der Martini Shaken not stirred sind auch grundlegende Zutaten der Bondschen Abenteuer. Wie erklären Sie es, dass man immer wieder auf diese Masche zurückgreift? Sie müssen wissen, dass der Commander in diesen letzten Jahren Rothschild 47, Piesporter Goldtröpfchen 53, Taittinger, Bollinger und Dom Pérignon verkostet hat. Wikipedia hat berechnet, dass unser Gentleman-Spy sich im Laufe seiner Abenteuer 317 Getränke, darunter 101, Whisky, 35 Saké und 30 Champagnerkelche hinter die Binde gegossen hat.

Ihre Frage enthält bereits die Antwort. Die Sponsoren! Es ist ein Nervenkrieg um einen Film. Ich habe z. B. gelesen, dass eine Produktion wie Skyfall 118 Mio. Dollar Produktionskosten verschlungen hat. Und weitere 200 Mio. für die Promotion. Das Geld muss man erst mal haben! Ohne Heineken wäre aus dem Film nichts geworden. Aber die Masche mit dem Martini ist eine Idee von Ian Fleming, das hat nichts mit den Sponsoren zu tun. Es ist einfach nur so, dass er dieses Getränk liebt. Wissen Sie, Alkohol und Wein sind seit jeher unumgängliche Zutaten eines Films. Es ist in etwa wie eine Zigarette, sie gibt der Figur eine Haltung! So etwas erschafft eine Atmosphäre. Und machen wir uns nichts vor: das Trio Frauen+Alkohol+Zigarette sind seit jeher die Masche von Hollywood!

 

Haben Sie gute Weine auf dem Set von „Hauch des Todes“ oder „Lizenz zum Töten“ genossen?

Auf dem Set nicht, denn die Action-Szenen erforderten meine volle Konzentration. Die Szenen mussten auf den Millimeter genau passen. Ein Augenblick Unaufmerksamkeit oder Verwirrung und man setzte sein eigenes Leben und das der anderen aufs Spiel! Was jedoch toll an den Bond-Filmen ist, ist dass man häufig an traumhaften Locations dreht, in eleganten Hotels, hochrangigen Restaurants. Ich erinnere mich insbesondere an einen Château d’Yquem Jahrgang 1983, den ich in Wien mit der Produktion getrunken habe. Ein Wein von Exzellenz. Der Nachtisch wurde von einer Bollinger-Magnum-Champagnerflasche begleitet und als Digestif ... mein Gott, ich weiß es nicht mehr! (lacht). Ach ja, Rum, ein unglaublich fruchtiger Rum!

 

In den von Ihnen gedrehten Bond-Filmen sind Sie ein viel seriöserer Geheimagent als Ihre Vorgänger. Längst nicht so „verspielt“. Sie haben denselben Ansatz, wenn Sie über Wein sprechen!

Wein bedeutet Feier, Genuss, ein herrlicher Augenblick, wenn dieses Getränk durch die Kehle fließt. Wein bedeutet auch Geselligkeit, über Gott und die Welt reden, Eindrücke und Erfahrungen austauschen, über Reisen sprechen, verschiedene Horizonte betrachten. Die Zungen werden lockerer und die Seele und das Herz öffnen sich im Einklang! Aber wie Ihnen jeder Kenner sagen wird, wenn man von Wein spricht, darf man nicht vergessen, wie viel Arbeit und Zeit für die Reifung und Alterung dahinter stehen. Es ist nicht etwas, was man ignorieren oder auf die leichte Schulter nehmen kann, denn viele Männer und Frauen widmen ihr Leben und ihre Zeit, um die schönsten Gewächse zu erzeugen. Einige sprechen von der Industrie des Weins, aber mir gefällt dieser Ausdruck nicht. Sicher, die Winzer produzieren Wein auch um Geld zu verdienen, aber wenn dahinter keine Leidenschaft und der ständige Drang stehen, immer feinere Weine zu erzeugen, so kann man im Endeffekt kein gutes Produkt erwarten. Wenn ich mit Freunden über Wein spreche, denke ich immer an die in den Weinbergen gebeugt arbeitenden Menschen, an die schwieligen Hände, die die Trauben abschneiden. Das fordert uns Respekt ab!

Wem prosten Sie zu, wenn Sie mit anderen anstoßen?

Our Majesty, the Queen, of course! (lacht).

 

Das Gespräch führte Frank ROUSSEAU

 


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